Hochstammwiese
Wir entscheiden heute über unsere Zukunft
Unser Alltag ist schnelllebig geworden. Was heute aktuell ist, ist morgen schon wieder vergessen. Eine neue Nachricht auf den digitalen Kommunikationskanälen ist nach kürzester Zeit schon wieder veraltet. Selbstverständlich wollen wir als Betrieb aktuell sein. Es ist uns wichtig, dass unser frisches Obst, unsere feinen Kuchen und das gemütliche Ambiente im Hofcafé den Wünschen unserer Gäste entspricht. Trotzdem sind die Zyklen auf einem Obstbaubetrieb langsam. Wir denken in Jahren oder gar Jahrzenten. Wenn wir heute einen Baum pflanzen, wächst und gedeiht dieser Baum über mehrere Jahre. Wir müssen uns gut überlegen, für welches Obst und welche Sorte wir uns entscheiden, damit wir die Früchte auch in zehn bis zwanzig Jahren noch verkaufen können.
Noch länger sind die Zeitspannen bei den grossen Hochstammbäumen. Wer einen Hochstammbaum pflanzt, denkt langfristig. Es braucht Jahre, bis der junge Baum zu einem mächtigen Baum herangewachsen ist. Die Pflege von Hochstammbäumen ist eine Investition in die Zukunft. Und genau dafür haben wir uns entschieden. Auf der Wiese vis-à-vis vom Hofladen pflanzen wir dieses Jahr 54 Hochstammbäume. Wieso wir uns für diesen Weg entschieden haben und welche Bäume wir pflanzen werden, erfahren Sie in diesem Öpfelblettli.
Wir wünschen Ihnen ein paar ruhige Minuten. Bäume sind ein wunderbares Vorbild, dass sich ohne Hektik etwas unschätzbar Wertvolles entwickeln und entfalten kann. Wir freuen uns darauf, dass bei uns ein wunderschöner Obstgarten entstehen darf.
Liebe Grüsse,
Ihre Familie Kuppelwieser


Hintergrundgedanken
Erhöhung der Vielfalt eigener Produkte und der Biodiversität
Mit der Pflanzung eines Obstgartens aus Hochstammbäumen verfolgen wir zwei Ziele. Erstens wollen wir unser Angebot an Obst erweitern. Wir wollen mehr verschiedenes Obst selbst produzieren, welches wir über unserem Hofladen vermarkten und im Café zu feinen Produkten verarbeiten dürfen. Zweitens wollen wir die Biodiversität auf unserem Hof weiter fördern. Denn mit Hochstammbäumen kann ein wertvoller Lebensraum geschaffen werden.
Aktuell produzieren wir auf unserem Betrieb Äpfel, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Cassis, Himbeeren und Brombeeren. Wir pflegen diese Kulturen mit viel Fürsorge und freuen uns jedes Jahr, wenn wir unser aromatisches Obst ernten dürfen. Das 1. Klasse Obst verkaufen wir frisch über den Hofladen und über den Grosshandel. Das 2. Klasse Obst verarbeiten wir zu Saft, feinen Kuchen und Torten, Konfitüren, usw. Je vielfältiger das Obst, welches wir selbst produzieren, umso diverser wird unser Angebot. Bei der Auswahl der Hochstammbäume war der Gedanke der Erweiterung unseres Angebots massgebend. Wir haben uns bewusst für verschiedene Baumarten mit unterschiedlichen Früchten entschieden. So können wir in Zukunft unsere eigenen Kaki ernten und Nüsse knacken.
Unser zweites Ziel ist das Schaffen einer lebendigen Kulturlandschaft. Die Biodiversität ist besonders in landwirtschaftlich genutzten Gebieten stark unter Druck. Fehlende Lebensräume und knappes Nahrungsangebot sind Hauptursachen für den Artenschwund. Auf Wiesen mit Hochstammbäumen können artenreiche Ökosysteme entstehen. Hochstammbäume sind nicht blosse Lieferanten von Obst. Sie sind tief in der Erde verwurzelt und wachsen hoch in den Himmel hinaus. Dadurch bieten sie von den Wurzeln bis in die Baumkrone grossräumigen Lebensraum. In Kombination mit extensiv genutzten Wiesen, und hoher Strukturdichte (z.B. Asthaufen, Steinhaufen, offene Sandflächen) kann ein wertvoller Lebensraum geschaffen werden. Dadurch können wir einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen auf unserem Hof ein Zuhause bieten. Aus diesem Grund haben wir uns bei der Auswahl der Baumarten neben Obstbäumen auch für diverse Laubbäume entschieden. Diese spenden mit ihren Blättern, Blüten und Früchten Nahrung, Schatten, Schutz und Lebensraum für diverse Arten. Je vielfältiger die Baumarten, umso vielseitiger das Ökosystem, welches mit der Zeit entstehen darf.
Für welche Baumarten wir uns schlussendlich entschieden haben, erfahren Sie auf der Seite 4 & 5. Wir haben für das Öpfelblettli einen Pflanzplan gezeichnet, damit Sie sich ein Bild davon machen können, wo welcher Baum wachsen wird.





Baumnüsse & Marroni
Widerspenstige Schalen mit wertvollem Kern




Nüsse erfreuen sich an grosser Beliebtheit. Sie gelten dank ihren wertvollen Inhaltsstoffen als äusserst gesund. Zudem können Nüsse in der Küche vielseitig eingesetzt werden. In unserer Backstube für den Hofladen und das Café kommen Nüsse tagtäglich zum Einsatz. Mit dem Entscheid, einen Baumgarten mit grossen Bäumen anzupflanzen, war für uns schnell klar, dass wir unter anderem auch Nussbäume pflanzen wollen. Wir freuen uns über jede Frucht, die wir selbst produzieren können und nicht zukaufen müssen.
Die Welt der Nüsse bietet eine köstliche und gesunde Vielfalt. Von Haselnüssen, über Mandeln, Pistazien, bis hin zu Kokosnüssen. Die meisten Nüsse, die wir essen stammen aus dem Ausland. Dies liegt einerseits daran, dass viele Nussarten auf unseren Breitengraden gar nicht gedeihen. Andererseits fielen Nussbäume der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen oder Bauprojekten zum Opfer. Doch in den vergangenen Jahren erlebten die Nussbäume ein Revival. Es wurden vermehrt Nussbäume gepflanzt und so die heimische Produktion gestärkt.
Die Kastanien bevorzugen ein mildes Klima mit warmen Sommern und viel Sonne. Die klimatischen Veränderungen ermöglichen es, dass die Edelkastanien in der Schweiz immer besser gedeihen. Wir dürfen hier in Bad Ragaz von vielen Sonnentagen und dank dem Föhn von mildem Klima profitieren. Für unseren Baumgarten haben wir uns somit für die Pflanzung von Kastanienbäumen und Walnussbäumen entschieden. Beide Nussarten wachsen an grossen Bäumen, was die Voraussetzung für unseren Obstgarten ist.
Unsere Erfahrungen bezüglich des Anbaus von Nussbäumen hält sich bis dato in Grenzen. Wir werden gemeinsam mit der Pflanzung und der Pflege der Nussbäume lernen und unser Wissen erweitern. Trotzdem mussten wir uns bereits jetzt für die Sorten entscheiden. Die Auswahl an Walnuss- und Kastaniensorten ist umfangreich. Wir haben uns in die Thematik eingelesen und uns mit Experten ausgetauscht. Schlussendlich haben wir uns für die beiden Walnusssorten «Lara» und «Fernor», so wie zwei rotfleischige Walnusssorten entschieden. Edelkastanien werden wir die Sorten «Bouche de Bétizac» und die «Südtiroler Gelbe» pflanzen.
Wo steht welcher Baum
Der Pflanzplan als Übersicht, wo welche Bäume und Sträucher wachsen werden

Lebensraum schaffen
Die Kombination von Obst- und Laubbäumen fördert die Vielfalt
Biodiversität sorgt für ein gut funktionierendes Ökosystem. Denn keine Pflanze, kein Tier und kein Pilz lebt für sich allein, sie alle brauchen andere Arten zum Leben. Je vielfältiger der Lebensraum umso mehr verschiedene Pflanzen-, Tier- und Pilzarten fühlen sich wohl am entsprechenden Ort. Die verschiedenen Arten bieten einander gegenseitig verschiedene Leistungen an. Daraus entsteht ein Geben und Nehmen. Ein klassisches Beispiel ist die Bestäubung. Neben der Honigbiene kümmern sich unzählige Wildbienen, Fliegen-, Käfer- und Vogelarten für die Bestäubung der Pflanzen auf Feldern, Wäldern, Gärten und in Obstanlagen. Die Pflanzen bieten den Tieren mit ihrem Nektar und Pollen Nahrung und dank der Bestäubung werden die Pflanzen befruchtet. Zu beachten ist auch, dass ein Grossteil aller Schädlinge in landwirtschaftlichen Kulturen von natürlichen Widersachern wie Vögeln, räuberischen Insekten oder Spinnen in Schach gehalten werden können.
Die Gesundheit und Vitalität des Lebensraums rund um unseren Hof liegt uns am Herzen. Um diese weiter zu stärken, haben wir uns bewusst für eine Vielzahl verschiedener Baumarten in unserem Baumgarten entschieden. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Pflanzung verschiedener Baumarten (Obst- und Laubbäume) auf einer Fläche eine artenreiche Kulturlandschaft schaffen.
Bei der Auswahl der Laubbäume haben wir uns für heimische Baumarten entschieden. Denn heimische Laubbäume, besonders Eichen, erhöhen die Artenvielfalt signifikant durch Symbiosen mit einer Vielzahl verschiedener Arten. Des Weiteren bereichern Wildobstgehölze die Struktur und das Nahrungsangebot für die Tierwelt. Dazu gehören zum Beispiel die Eberesche, der Speierling, der Mehlbeerbaum, die Mispel oder der Elsbeerbaum. Neben den grossen Bäumen sorgen Sträucher für kleinere Strukturen und geschützte Rückzugsorte. Deshalb ergänzen Sträucher wie die Berberitze, den Sanddorn, die Schlehe, die Kornelkirsche der schwarze Holunder oder die Hundsrose unseren Baumgarten.
Unser Ziel ist es einen vielseitigen und stabilen Lebensraum zu fördern. Denn artenreiche Lebensräume sind eher im Gleichgewicht. Sie sind widerstandsfähiger, besser gegen Schädlinge gewappnet und passen sich den Umweltveränderungen leichter an.
Quellen
Graf, R., Jenny, M., et. al. (2016). Biodiversität auf dem Landwirtschaftsbetrieb. Ein Handbuch für die Praxis (1. Aufl.). FiBL: Frick.
Jäger, M. (2017). Agroforstsysteme. Hochstamm-, Wildobst-und Laubbäume mit Kulturpflanzen kombinieren. Agridea: Lindau.
Wegleitung zum Vollzug der Biodiversitätsbeiträge Qualität II im Kanton St. Gallen. (2025). Landwirtschaftsamt: St. Gallen.
www.hochstammsuisse.ch
www.bio-suisse.ch
www. fokus.sbv-usp.ch
www.lawa.lu.ch





Walnuss Apfel Kuchen
Ein Genuss zum Kaffee oder Tee



Zutaten Boden
200 g Walnusskerne
3 EL Zucker
60 g Butter, flüssig
Zutaten Rührteig
130 g Zucker
140 g Butter, flüssig
180 g Mehl
3 Eier
3 EL Milch
1 Pk Vanillezucker
1 Pk Backpulver
1 kg Äpfel
z.B. Topaz oder Boskoop
Zubereitung
- Walnüsse grob hacken und in der Springform verteilen
- Flüssige Butter mit Zucker über die Walnüsse giessen
- Boden 10 Min. bei 180°C Umluft vorbacken
- Flüssige Butter, Zucker, Mehl, Eier, Milch, Vanillezucker und Backpulver zu einem homogenen Teig verrühren
- Äpfel schälen und in Würfel schneiden oder raffeln
- Teig auf den Boden giessen und Äpfel auf dem Teig verteilen
- Den Kuchen bei 180°C Umluft ca. eine Stunde backen
- Kuchen vor dem Servieren etwas auskühlen lassen
- Der Kuchen schmeckt besonders gut mit geschlagener Sahne
Die Eiche
Ein Baum, der uns überdauern wird
In vielen alten Kulturen war die Eiche ein heiliger Baum und ein Symbol des ewigen Lebens. Wenn die Eichen ihr Laub entfalten, beginnt gemäss phänologischem Kalender der Vollfrühling. Die zarten Blätter versprechen Leichtigkeit und Freude, auch wenn der Baum selbst schon knorrig und buckelig ist. Eichen können bis zu 30 Menschengenerationen überdauern.
Die in der Eiche innewohnenden Heilkräfte sind seit Jahrhunderten bekannt und wurden von Generation zu Generation weitergegben. Der Hauptwirkstoff von Eichenrinde und Eichenblätter sind die entzündungshemmenden Gerbstoffe.
Wichtig: Zum Sammeln der Eichenrinde wird nicht die schützende Borke des Stammes benötigt. Besonders eignen sich die jungen Zweige. Diese können abgeschnitten und geschält werden, ohne dass der Baum beschädigt werden muss.
Quelle
Hecker, F. & Hecker, K. 2022. Heilsame Wildpflanzen im Rhythmus der 10 Jahreszeiten sammeln und anwenden (2. Auflage). Haupt Verlag: Bern.

Musik Sonntag
Musikalische Unterhaltung im Kuppelwieser Hofcafi
Die Zeit geniessen. Mit Freunden plaudern. Wieder einmal das Tanzbein schwingen. All das können Sie im Kuppelwieser Hofcafé. Am folgenden Sonntag wird wieder lupfige Tanzmusik gespielt.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Sonntag, 8. März 2026
Hoggläder
