Bewusst geniessen
Ernährung ist weit mehr als nur satt werden
Essen gehört zu unserem Alltag. Für die meisten von uns ist es selbstverständlich, dass jederzeit eine grosse Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung steht. Oft essen wir ganz nebenbei zwischen zwei Terminen oder aus Gewohnheit. Dabei bedeutet Ernährung weit mehr, als nur satt zu werden. Sie begleitet uns ein Leben lang und beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und nicht zuletzt den täglichen Genuss.
Erinnern Sie sich daran, wann Sie zuletzt ganz bewusst in einen Apfel gebissen haben? An das knackige Fruchtfleisch, das beim Kauen nachgibt? An den süssen Saft, der sich im Mund entfaltet? Als Obstproduzenten setzen wir alles daran, Ihnen saftige Äpfel und aromatische Beeren von bester Qualität anzubieten. Es erfüllt uns mit Freude und auch mit Stolz, einen Beitrag zu einer gesunden und genussvollen Ernährung leisten zu dürfen.
In dieser Ausgabe des Öpfelblettlis widmen wir uns deshalb dem Thema Ernährung. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, weshalb unser Körper Nahrung braucht, wie eine ausgewogene Ernährung aussieht und welche wichtige Rolle Obst und Beeren dabei spielen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen. Und vielleicht erleben Sie einen ganz bewussten Genussmoment, wenn Sie das nächste Mal in einen knackigen Apfel beissen.
Liebe Grüsse,
Ihre Familie Kuppelwieser
Energie fürs Leben
Warum unser Körper täglich Nahrung und Nährstoffe braucht
Unser Körper arbeitet rund um die Uhr. Das Herz schlägt ununterbrochen, die Lunge versorgt uns mit Sauerstoff und das Gehirn verarbeitet ständig Informationen. Selbst während wir schlafen, verbraucht unser Körper Energie. Diese Energie stammt aus den Lebensmitteln, die wir essen. Unsere Ernährung sichert unser Überleben. Sie versorgt den Körper täglich mit jener Energie und den Nährstoffen, die er für seine zahlreichen Aufgaben benötigt.
Mit der Nahrung führen wir unserem Körper nicht nur Energie zu, sondern auch zahlreiche Nährstoffe. Insgesamt benötigt der Mensch rund 50 verschiedene Nährstoffe, um gesund zu bleiben. Dazu gehören Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse ebenso wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Es ist die Aufgabe unseres Verdauungssystems, diese Stoffe aus der Nahrung herauszulösen und dem Körper in verwertbarer Form zur Verfügung zu stellen.
Die einzelnen Nährstoffe erfüllen dabei ganz unterschiedliche Aufgaben. Kohlenhydrate und Fette sind die wichtigsten Energielieferanten und versorgen insbesondere Muskeln, Gehirn und Nervensystem mit Treibstoff. Eiweisse übernehmen vor allem die Funktion von Baustoffen. Sie werden für den Aufbau und die Erneuerung von Muskeln, Haut, Haaren, Organen sowie zahlreichen Hormonen und Immunzellen benötigt.
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden zwar nur in kleinen Mengen benötigt, sind für unseren Körper jedoch unverzichtbar. Sie unterstützen den Stoffwechsel, tragen zum Aufbau von Knochen und Zähnen bei und helfen mit, dass unser Immunsystem Krankheitserreger erfolgreich abwehren kann.
Erst das Zusammenspiel all dieser Nährstoffe ermöglicht es unserem Körper, gesund zu bleiben und täglich Höchstleistungen zu erbringen. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist besonders wichtig, denn kein einzelnes Lebensmittel enthält alle Nährstoffe, die unser Körper benötigt.
Kraft der Vielfalt
Mit Abwechslung und Genuss gesund durch den Alltag
Eine ausgewogene Ernährung versorgt unseren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen. Dabei geht es nicht darum, auf bestimmte Lebensmittel vollständig zu verzichten, sondern möglichst abwechslungsreich zu essen. Eine hilfreiche Orientierung bietet dabei die Lebensmittelpyramide. Sie zeigt auf einfache Weise, wie eine ausgewogene Ernährung zusammengesetzt sein kann. Je weiter unten sich eine Lebensmittelgruppe befindet, desto häufiger sollte sie auf dem Speiseplan stehen. Lebensmittel aus den oberen Stufen sollten hingegen in kleineren Mengen konsumiert werden.
Besonders wichtig ist es, verschiedene Lebensmittel miteinander zu kombinieren. Dadurch erhält der Körper alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe sowie ausreichend Eiweisse, Fette und Kohlenhydrate. Als einfacher Anhaltspunkt können die Farben der Lebensmittel herangezogen werden. Eine bunte Auswahl an Nahrungsmittel trägt dazu bei, den Körper mit einer grossen Vielfalt an wertvollen Nährstoffen zu versorgen.
Obst, Beeren und Gemüse spielen dabei eine besondere Rolle. Sie sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich und bereichern jeden Speiseplan. Je abwechslungsreicher die Auswahl, desto vielfältiger sind die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe. Gleichzeitig enthalten sie wenig Fett und eignen sich dank ihrer natürlichen Süsse hervorragend als gesunde Zwischenmahlzeit. Wer täglich mehrere Portionen Obst und Gemüse isst, unterstützt eine ausgewogene Ernährung auf einfache Weise.
Neben der Auswahl der Lebensmittel spielt auch das gemeinsame Essen eine wichtige Rolle. Mahlzeiten mit Familie oder Freunden fördern das Miteinander und schaffen wertvolle gemeinsame Momente. Essen soll nicht nur satt machen, sondern auch Freude bereiten und zum Wohlbefinden beitragen. Deshalb lohnt es sich, bewusst zu geniessen und sich genügend Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen. Wer langsam isst, nimmt die verschiedenen Geschmacksrichtungen intensiver wahr und erkennt das natürliche Sättigungsgefühl besser.
Eine ausgewogene Ernährung erfordert keine komplizierten Regeln oder aufwändigen Diäten. Wer abwechslungsreich isst, sich Zeit zum Geniessen nimmt und regelmässig Obst und Beeren in den Speiseplan integriert, schafft bereits eine gute Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden.
Unterschätzte Helden
Warum Früchte in der täglichen Ernährung nicht fehlen sollten
Die Ernährung ist für uns alle etwas grundlegend Wichtiges, denn ohne Essen keine Energie. Wir brauchen Essen um überhaupt (über)leben zu können. In diesem Beitrag widmen wir uns aber vor allem den Früchten in der Ernährung, da diese einen ganz speziellen und wichtigen Stellenwert haben sollten.
Ich sehe in meiner täglichen Arbeit, dass 95-100 Prozent meiner Klientinnen und Klienten zu wenig Früchte essen. Die Gründe dafür sind vielfältig; die Einen haben Angst vor dem enthaltenen Fruchtzucker, Andere finden es unnötig etwas zwischendurch zu essen, wiederum Andere greifen zwischendurch eher zu Süssem oder vergessen schlichtweg zu essen.
Dabei sind Früchte wahre Superhelden. Sie sollten in der täglichen Ernährung auf keinen Fall fehlen. Denn die Integration von genügend Früchten in unsere Alltagsernährung hat positive Folgen auf uns.
Aber wieviel Früchte und Beeren sollten wir täglich konsumieren? Natürlich ist dies sehr abhängig von Bewegungsverhalten, physiologischen Voraussetzungen, Stress im Alltag und auch der Fähigkeit des Körpers mit Kohlenhydraten umzugehen, sprich der Stoffwechselebene jedes Einzelnen. Die Erfahrung zeigt, dass durchschnittlich etwa 300-800g Früchte pro Tag ideal sind. Wobei die 800g eher für einen Mann mit einem hohen Tagesbedarf steht und die Frauen gut und gerne bei 300-500g Früchten pro Tag liegen. Diese Mengen entsprechen ca. 2-6 Äpfel (mittelgross) pro Tag.
Zusammengefasst kann gesagt werden, Früchte sind wahre Superhelden egal ob am Morgen im Müesli oder als Zwischenmahlzeit. Zum Sport und intensiver körperlicher Betätigung eignen sich Fruchtsäfte besser als die frische Frucht. Zudem macht es Sinn, die Früchte nach Regionalität und Saisonalität auszuwählen. So geben wir unserem Körper stets das Beste und halten ihn somit auch gesund und leistungsfähig.
Positive Folgen des Früchtekonsums
- Verbesserung des Blutzuckerspiegels (vor allem auch dann, wenn Früchte mit Nüssen oder Käse kombiniert werden)
- Verringern des zellulären und oxidativen Stresses auf Bindegewebsebene
- Das Stresshormon Cortisol auf natürliche Weise senken, durch die enthaltenen Kohlenhydrate (Fruchtzucker)
- Unterstützung zur Reduktion von Körperfett und Gewicht, da sich die Regeneration des Körpers verbessert und weniger am Abend gegessen wird
- Förderung der Konzentration, da uns eine Frucht zwischendurch wieder Energie gibt
- Der Darm hat weniger „Stress“, da durch Zwischenmahlzeiten allgemein kleinere Mahlzeiten zu sich genommen werden
Flüssige Früchte
Wann Smoothies und Fruchtsäfte empfehlenswert sind
Smoothies oder Fruchtsäfte sind heutzutage in aller Munde und gelten als gesund. Da stellt sich die Frage: Wäre es denn auch möglich, den täglichen Bedarf an Früchte in Form von Fruchtsäften zu konsumieren?
Davon rate ich als Ernährungsdiagnostikerin jeweils ab. Denn alles was flüssig ist, geht viel schneller in unseren Blutkreislauf über und verursacht so eine schnelle Blutzuckererhöhung. Deshalb macht es keinen Sinn, die Früchte als reinen Fruchtsaft einfach so zwischendurch zu konsumieren. Eine gute Alternative sind Smoothies, in denen Früchte mit Protein und Fettquellen kombiniert werden. Dabei kann eine Frucht beispielsweise mit Quark und Nüssen zu einem Smoothie gemixt werden. Diese Mischung verhindert einen zu schnellen Blutzuckeranstieg.
Der ideale Zeitpunkt für Fruchtsäfte wie zum Beispiel Apfelsaft ist bei intensiver körperlicher Arbeit und beim Sport. Also dann, wenn der Körper sowieso einen Mehrbedarf an Energie hat. Zum Beispiel beim Wandern, im Fitnesscenter, beim Biken oder bei intensiver Gartenarbeit. Durch die körperliche Betätigung, kann der Körper die durch den Fruchtsaft gelieferten und schnell verfügbaren Kohlenhydrate sofort in Energie umwandeln. Dadurch steht dem Körper in kurzer Zeit mehr Energie zur Verfügung. Das ermöglicht ein intensiveres Training und anschliessend kommt es zu einer verbesserten Regeneration der Muskulatur und des Bindegewebes.
Über die Autorin
Mein Name ist Eveline Güttinger, ich bin Ernährungsdiagnostikerin und beschäftige mich im Alltag mit der Physiologie und Psychologie des Menschen und bringe dies mit Ernährung, Training, Regeneration und Mindset zusammen. Kurz gefasst, ich sammle über medizinische Messverfahren Daten über den Stoffwechsel, die Regenerationsfähigkeit und die Bedürfnisebene des Menschen und anhand all dieser Daten plane ich die individuellen Massnahmen für die Ernährung, das Training, die Regeneration und Stressreduktion meiner Klientinnen und Klienten.
Eveline Güttinger
Ernährungsdiagnostikerin
www.balance-e.ch
Apfelallergie
Wenn der Apfel Beschwerden bereitet
Äpfel gehören zu den beliebtesten Früchten überhaupt. Doch wussten Sie, dass manche Menschen frische Äpfel nicht gut vertragen? Sie leiden an einer Apfelallergie. Häufig steckt dahinter eine sogenannte Kreuzallergie mit Birkenpollen.
Unser Immunsystem schützt den Körper normalerweise vor Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien. Bei einer Allergie reagiert es jedoch auf einen Stoff, der eigentlich harmlos ist. Dieser Stoff wird als Allergen bezeichnet. Die Abwehrreaktion des Körpers führt zu den typischen Allergiesymptomen.
Ein Apfel besteht aus einer Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe. Einer davon ist das Eiweiss Mal d 1, das bei empfindlichen Personen eine allergische Reaktion auslösen kann. Dieses Eiweiss ähnelt einem Allergen der Birkenpollen. Deshalb reagieren viele Menschen, die auf Birkenpollen allergisch sind, auch auf Äpfel allergisch.
Typische Beschwerden treten kurz nach dem Verzehr auf und betreffen vor allem den Mund- und Rachenraum. Dazu gehören Juckreiz, ein pelziges Gefühl auf der Zunge, gerötete oder geschwollene Schleimhäute sowie ein verstärkter Räusperzwang. Die Beschwerden sind meist unangenehm, klingen jedoch nach kurzer Zeit wieder ab.
Eine gute Nachricht für viele Betroffene: Das Eiweiss Mal d 1 verändert sich beim Erhitzen. Dadurch verliert es seine allergieauslösende Wirkung weitgehend. Viele Menschen mit einer Apfelallergie vertragen deshalb gekochte oder gebackene Äpfel, Apfelmus oder pasteurisierten Apfelsaft problemlos. Ob dies im Einzelfall zutrifft, kann jedoch unterschiedlich sein.
Auch die Apfelsorte spielt eine Rolle. Manche Sorten lösen deutlich schwächere Beschwerden aus als andere. Als besonders gut verträglich gilt die Sorte Santana, die eigens auf ihre gute Verträglichkeit für viele Apfelallergikerinnen und Apfelallergiker untersucht wurde. Sie reift bereits im August und überzeugt mit ihrem ausgewogenen, leicht säuerlichen Geschmack. Da sich Santana jedoch nur begrenzt lagern lässt, ist sie jeweils nur während eines Teils der Saison erhältlich.
Power Start
Mit einem frischen Müesli oder Smoothie in den Tag starten
Im Verlauf des Vormittags ist es empfehlenswert, den eigenen Energiespeicher wieder aufzufüllen. Dadurch erhält der Körper die notwendige Energie und ist fit für den Tag. Besonders vielfältig sind frisch zubereitete Müesli oder Smoothies. Diese können ganz nach Ihren Wünschen und Vorlieben zusammengestellt werden. Idealerweise beinhaltet ein Müesli oder ein Smoothie die folgenden Zutaten:
Zusammensetzung
- Proteinquelle z.B. Quark
- Fettquelle z.B. Nüsse, Leinöl
- Energiequelle z.B. Haferflocken, Banane
- Obst / Gemüse z.B. Beeren, Äpfel, Karotten
Zutaten
30 g Haferflocken
15 g Baumnüsse
300 ml Milch
150 g Quark
100 g Apfel
50 g Heidelbeeren
Zubereitung
- Alles mixen und schon ist das ausgewogene Frühstück als Start in den Tag bereit
Frischer Atem
Warum ein Apfel unterwegs eine gute Wahl sein kann
Ein frischer Atem ist angenehm, für einen selbst und für das Gegenüber. Doch was tun, wenn nach einer Mahlzeit keine Zahnbürste zur Hand ist? Viele greifen in dieser Situation zu einem Kaugummi oder einem Pfefferminzbonbon. Eine natürliche Alternative kann auch ein knackiger Apfel sein.
Beim Kauen wirkt das feste Fruchtfleisch wie eine sanfte Bürste und hilft dabei, oberflächliche Speisereste von den Zähnen zu entfernen. Gleichzeitig regt das Kauen den Speichelfluss an. Speichel unterstützt die natürliche Reinigung der Mundhöhle und hilft, Speisereste sowie Bakterien wegzuspülen, die Mundgeruch verursachen können.
Trotzdem gilt: Ein Apfel ersetzt das Zähneputzen nicht. Er kann jedoch unterwegs eine einfache und natürliche Möglichkeit sein, den Atem aufzufrischen und die Mundhygiene zu unterstützen.
Musik Sonntag
Musikalische Unterhaltung im Kuppelwieser Hofcafi
Die Zeit geniessen. Mit Freunden plaudern. Wieder einmal das Tanzbein schwingen. All das können Sie im Kuppelwieser Hofcafé. Am folgenden Sonntag wird wieder lupfige Tanzmusik gespielt.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Sonntag, 13. September 2026
Hoggläder
Quellen
Für die Inhalte dieser Ausgabe
Bohle, B., Ibl, V. & Neumüller, M. Apfelallergie von Grund auf erklärt. Grundlagen und Typen der Apfelallergie. EfM. 2025-10 (S. 15-17).
European Fruit Magazine (EfM). Äpfel gegen Mundgeruch. 2026-2 (S. 4).
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung www.sge-ssn.ch
www.balance-e.ch
Für die Bilder dieser Ausgabe
Eigene Fotos
Eveline Güttinger
www.unsplash.com