Offene Welt
Die Globalisierung hat die Welt kleiner gemacht
In der heutigen Welt ist alles stets unterwegs. Waren werden von allen Orten der Welt nach überall geschickt. Die Menschen sind täglich unterwegs. Unzählige Frachtschiffe bewegen sich auf den Weltmeeren, unzählige Flugzeuge fliegen durch die Luft und unzählige Lastwagen bewegen sich auf den Strassen. Die vielen Transportwege erstrecken sich aufgrund der Globalisierung rund um den ganzen Globus. Mit dieser sehr aktiven Reise – und Handels – tätigkeit werden nicht nur Güter und Menschen transportiert. Es werden absichtlich oder auch unbeabsichtigt Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in neue Gebiete eingebracht. Diese Arten erreichen dadurch Gebiete, die sie ohne Hilfe des Menschen nicht hätten erreichen können. Erst der Mensch hat es ermöglicht, dass Tiere, Pflanzen und Pilze solch grosse Distanzen zurücklegen können.
Interessant ist die Frage, was mit den gebietsfremden Pflanzen und Tieren am neuen Ort passiert. In diesem Öpfelblettli widmen wir uns dem Thema der Neophyten und invasiven Schädlingen. Wir erklären Ihnen was der Unterschied zwischen gebietsfremden und invasiven Arten ist. Zudem stellen wir Ihnen einige dieser Arten vor und erzählen Ihnen, wie wir damit umgehen.
Wir wünschen Ihnen einen sonnigen Start in die Sommermonate.
Liebe Grüsse,
Ihre Familie Kuppelwieser
Von fremd zu invasiv
Wenn fremde Arten das Gleichgewicht beeinträchtigen
Alle Pflanzen und Tiere haben in einer bestimmten Region ihr Zuhause. Sie sind ein Teil des gesamten Ökosystems der entsprechenden Region. Diese Regionen sind meist durch klimatische Bedingungen oder geografische Hürden begrenzt. Die Verbreitung der Tier- und Pflanzenarten wird durch natürliche Barrieren, wie Meere, Gebirge, Wüsten, Flüsse oder andere klimatische Umgebungen, bestimmt. Innerhalb dieser natürlichen Barrieren haben sich über Jahrtausende funktionierende Ökosysteme gebildet, in welchen sich ein Gleichgewicht zwischen den Arten etabliert hat. Durch die rege Handels- und Reisetätigkeit der Menschen werden die natürlichen Barrieren überwunden. Tiere und Pflanzen werden mit Hilfe des Menschen (absichtlich oder unabsichtlich) aus ihren ursprünglichen, natürlichen Verbreitungsgebieten in neue Regionen eingebracht.
Es ist nicht allen Arten möglich, in der neuen Region zu überleben und sich zu etablieren. Diese Arten verschwinden wieder aus der Region, in die sie eingebracht wurden. Anderen Arten ist es möglich, sich unter den Bedingungen des neuen Lebensraums zu halten und zu verbreiten. Sie bleiben jedoch unauffällig und integrieren sich in das bestehende Ökosystem. Diese Arten, die durch menschliche Aktivitäten in Regionen ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingebracht werden, werden als gebietsfremd bezeichnet. Solche gebietsfremde Arten müssen nicht zwingend negative Auswirkungen auf das bestehende Ökosystem haben (Kowarik et al. 2003). Im Idealfall gliedern sie sich unauffällig in das bestehende System ein.
Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich gebietsfremde Arten in der neuen Region unkontrolliert ausbreiten. Grund dafür ist meist das Fehlen von natürlichen Kontrollmechanismen. Die unkontrollierte Ausbreitung kann das Ökosystem beeinträchtigen, wirtschaftlichen Schaden anrichten, einheimische Arten verdrängen oder die lokale Biodiversität beeinträchtigen. In solchen Fällen wird von invasiven gebietsfremden Arten gesprochen. Diese können einheimische Arten verdrängen oder sich mit den einheimischen Arten fortpflanzen und so die biologische Vielfalt gefährden. Besonders gefährlich sind invasive Arten, die Krankheiten und Parasiten übertragen können, was negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen oder einheimischen Arten haben kann.
Neophyten
Gebietsfremde Pflanzen machen sich breit
In der Schweiz wachsen und gedeihen tausende verschiedene Pflanzenarten. Diese Wildflora besteht grösstenteils aus heimischen Arten. Es stammen jedoch fast 20% aller Pflanzen Arten, die in der Schweiz wachsen, ursprünglich aus anderen Teilen der Welt. Viele dieser exotischen Arten wurden während der letzten 500 Jahren (absichtlich oder unabsichtlich) vom Menschen in die Schweiz eingeführt. Wenn die exotischen Arten sich auch ausserhalb von kultivierten Gärten oder landwirtschaftlichen Flächen in der Natur vermehren und selbst erhalten können, werden sie als Neophyten bezeichnet.
Die meisten dieser Neophyten integrieren sich gut in die Umgebung und das vorhandene Ökosystem. Einige wenige Arten jedoch breiten sich sehr schnell aus und verdrängen dadurch die einheimische Flora. Dies beeinträchtigt das heimische Ökosystem, gefährdet die biologische Vielfalt und kann dadurch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Diese sich stark ausbreitenden gebietsfremden Arten werden als invasive Neophyten bezeichnet.
In der Schweiz werden im Zusammenhang mit Neophyten verschiedene Listen geführt. Je nach Art der Listen dienen sie als Leitlinien oder haben eine rechtliche Verbindlichkeit. So gibt es beispielsweise die Listen der verbotenen Arten der Freisetzungsverordnung (FrSV). Auf diesen Listen ist festgehalten, mit welchen invasiven Neophyten der Umgang verboten ist. Die Liste der invasiven und potenziell invasiven Neophyten der Schweiz gibt einen Überblick, welche Arten als invasive Neophyten gelten. Umfassende Informationen zu diesem Thema sind auf der Website von «Info Flora» zu finden.
Invasive Arten
Fehlende Feinde machen sie so gefährlich
Gemäss dem Bundesamt für Umwelt waren im Jahr 2022 in der Schweiz insgesamt 1305 etablierte gebietsfremde Arten bekannt (430 Tiere, 730 Pflanzen, 145 Pilze). Während sich der grösste Teil dieser Arten unauffällig in unsere Ökosysteme einfügt, werden 197 dieser Arten (15 %) als invasiv bezeichnet, nämlich 85 Tiere, 89 Pflanzen und 23 Pilze. Der grösste Teil der in der Schweiz etablierten gebietsfremden Arten stammt aus Asien (31 %), gefolgt von Europa (26 %) und Nordamerika (24 %). Diese Zahlen stellen eine Aufnahme aus dem Jahr 2022 dar. Es ist davon auszugehen, dass auch weiterhin neue (invasive) gebietsfremde Arten in die Schweiz eingebracht werden, die sich in der Region etablieren können. Auf dieser Doppelseite zeigen wir Ihnen einige Beispiele invasiver Arten.

Asiatische Hornisse
Sie jagt gezielt heimische Wild- und Honigbienen

Asiatische Tigermücke
Kann Krankheitserreger wie das Dengue Virus oder das Zika Virus übertragen

Buchsbaumzünsler
Kann grosse Schäden durch Kahlfrass verursachen

Drüsiges Springkraut
Dichte Bestände führen zur Verarmung einheimischer Vegetation

Einjähriges Berufkraut
Verbreitet sich schnell und verdräng dadurch einheimische Flora

Falsche Mimos
Kann dichte Bestände bilden und verdrängt so die einheimische Flora

Japan Käfer
Kann grosse Schäden durch Kahlfrass verursachen

Kanadische Goldrute
Bilden dichte Bestände und verdrängen die einheimische Flora, oft in Naturschutzgebieten

Kirschessigfliege
Die Larven zerstören das Fruchtfleisch verschiedener Obstsorten (insb. dunkle Beeren)

Kirschlorbeer
Verwilderte Bestände in Wäldern anzutreffen, Schattenbildung immergrüner Blätter verdrängt andere Arten

Marmorierte Baumwanze
Verursacht durch seine Saugtätigkeit erhebliche Schäden an einer Vielzahl von Früchten, Gemüse und Beeren

Mittelmeerfruchtfliege
Die Larven zerstören das Fruchtfleisch verschiedener Obstsorten (z.B. Apfel, Birne, Quitte, Walnuss)

Riesenbärenklau
Berührung bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung führt zu Hautentzündungen und Verbrennungen

Schmalblättriges Greiskraut
Ausbreitung in den Weiden ist für die Landwirtschaft problematisch, weil giftig für Mensch und Tier

Sommerflieder
Besiedelt Auengebiete, bildet dichte Bestände, hohes Ausbreitungspotenzial
Fruchtige Erfrischung
Die freche Cassy erweitert unser Getränkesortiment
Mit Leidenschaft und Herzblut produzieren wir unsere knackigen Äpfel und aromatischen Beeren. Bei dieser Produktion fällt immer 2. Klasse Obst an. Dieses Obst verarbeiten wir zu Konfitüren, Sirup, Kuchen, Torten und zu unseren hofeigenen Getränken. Mit Freude schenken wir diese Getränke aus unserem eigenen Obst in unserem Hofcafé aus. Damit für alle Geschmäcker etwas dabei ist, entwickeln wir unser Getränkesortiment kontinuierlich weiter. Dieses Jahr neu dazugestossen ist die «frechi Cassy». In diesem Getränk trifft die Süsse des Apfelsafts auf das unverwechselbare Aroma der Cassis.

Suure Moscht
Unser Suure Moscht ist ein echter Klassiker. Handgepflückte Bio-Äpfel sorgen für eine natürliche Fruchtsüsse, die perfekt mit der feinen Säure harmoniert. Erfrischend, ausgewogen und voller Apfelaroma. Mit und ohne Alkohol erhältlich.

Öpfel Cider
Unser Öpfel Cider ist ein „Ghürotna“ aus unserem Suure Moscht und unserem Süess Moscht. Er schmeckt dadurch ausgesprochen rein und pur. Der lieblich süsse Geschmack des Süess Moscht wird durch das volle und ausgewogene Aroma des Suure Moscht perfekt ergänzt.

Öpfel Spritz & Süess Moscht
Unser Süess Moscht wird natürlich aus unseren feinen Bio Äpfeln produziert. Diese verleihen ihm ein herrliches Aroma das von feiner Süsse bis zu erfrischender Säure reicht. Unser Apfelschorle „Öpfel Spritz“ überzeugt mit seinem herrlich frischen Aroma.

frechi Cassy
Fruchtiger Apfelsaft vereint sich mit dem unverwechselbaren Aroma schwarzer Johannisbeeren. Entstanden ist ein harmonisches, farbintensives Getränk. Die natürliche Apfelsüsse verschmilzt mit der charaktervollen Cassisnote zu einem lebendigen, aromatischen Genuss.

z'wilda Heidi
Z‘wilda Heidi ist unverkennbar an seiner kräftigen Farbe, ein Geschenk der blauen Heidelbeeren. Doch das Heidi ist nicht nur schön, es steckt voller wilder Überraschungen. Das zart-wilde Heidelbeer Aroma in Kombination mit dem Süess Moscht lässt den Gaumen erfreuen.

pfiffiga Johann
Der unverkennbare Geschmack von Johannisbeeren gemischt mit unserem Süess Moscht ergibt die perfekte Kombination. Die Johannisbeeren verleihen dem Süess Moscht einen erfrischenden und aromatischen Charakter. Das Ergebnis ist ein Süess Moscht mit Pfiff.
Cassis Brownies
Verführerisch gut und aromatisch zugleich
Zutaten
150 g Butter, weich
150 g Zucker
1 Prise Salz
4 Eigelb
150 g dunkle Schokolade, geschmolzen, ausgekühlt
50 g gemahlene Haselnüsse
50 g Mehl
4 Eiweiss
250 g Cassis (schwarze Johannisbeeren)
Zubereitung
- Butter rühren, bis sich Spitzchen bilden
- Zucker und Salz dazurühren
- Eigelb beifügen und rühren, bis die Masse hell ist
- Schokolade und Haselnüsse darunter mischen
- Mehl dazusieben
- Eiweiss steif schlagen, anschliessend mit den Cassisbeeren sorgfältig darunter ziehen
- Teig in die mit Backpapier ausgelegte Form füllen und glatt streichen
- In der Mitte des auf 180 °C vorgeheizten Ofens 25-30 Minuten backen, auskühlen lassen
- Für die Garnitur Cassis mit wenig Eiweiss bestreichen, in Zucker wenden und antrocknen lassen
- Das Gebäck in Stücke schneiden und mit Cassisbeeren garnieren
Unerwünscht
Umgang mit dem einjährigen Berufkraut
Das einjährige Berufkraut gehört zu den invasiven Neophyten. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie ist an ihren zierlichen Blüten mit den weissen Zungenblüten am Rand und einer Mitte mit gelben Röhrenblüten zu erkennen. Die Blüte erinnert an das Gänseblümchen, das einjährige Berufkraut wächst jedoch viel höher (bis zu 60 cm). In der Schweiz breitet es sich besonders gut entlang von Wegen, auf Magerwiesen und Weiden aus. Dort verdrängt es die heimischen Kräuter. Aus diesem Grund sollte das einjährige Berufkraut samt Wurzeln ausgerissen und im Kehricht entsorgt werden. Wir durchkämmen unsere Wiesen jedes Jahr Anfang Sommer aufs Neue und reissen das einjährige Berufkraut aus. Trotz dieser Massnahme lässt sich dieser invasive Neophyt nicht mehr ganz aus unseren Wiesen entfernen.
Schmetterlingsfalle
Zauberhaft duftend ohne für die Raupen Nahrung zu bieten
Die violetten Blüten des Sommerflieders schauen wunderschön aus und duften verführerisch. Das ist auch der Grund, weshalb der Sommerflieder durch den Menschen aus China als Zierstrauch eingeführt wurde, so auch in die Schweiz. Er ist deshalb eine gebietsfremde Art. Da sich diese Pflanze in der Natur ungemein gut verbreitet, wird sie als invasiver Neophyt bezeichnet. Besonders problematisch ist, dass der verführerisch duftende Nektar Schmetterlinge anlockt. Diese besuchen den Sommerflieder aus diesem Grund sehr gerne und legen ihre Eier auf dem Flieder ab. Die aus den Eiern schlüpfenden Raupen fressen jedoch das Blatt des Sommerflieders nicht. Das führt dazu, dass die Raupen auf dem Flieder verhungern und sich somit nie zu einem erwachsenen Schmetterling entwickeln. Das Sterben der Raupen hat einen negativen Einfluss auf die heimischen Schmetterlinge.
Quellen Text
BAFU (Hrsg.) 2022: Gebietsfremde Arten in der Schweiz. Übersicht über die gebietsfremden Arten und ihre Auswirkungen. 1. aktualisierte Auflage 2022. Erstausgabe 2006. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Wissen Nr. 2220.
Kowarik, I., Heink, U. & Starfinger, U. 2003: Bewertung gebietsfremder Pflanzenarten. Kernpunkte eines Verfahrens zur Risikobewertung bei sekundären Ausbringungen. In: Schriftenreihe des BMVEL «Angewandte Wissenschaft», Heft 498 «Bedrohung der biologischen Vielfalt durch invasive gebietsfremde Arten» (2003), 131–144.
InfoFlora. Liste der invasiven und potenziell invasiven Neophyten der Schweiz (Stand 2021). URL: https://www.infoflora.ch/de/neophyten/listen-und-infoblätter.html [Zugriff am 14.05.2026]
www.bafu.admin.ch/de/gebietsfremde-arten
www.berufkraut.ch
www.fedlex.admin.ch
www.infoflora.ch/de/neophyten
www.neophyten-schweiz.ch
www.sg.ch/umwelt-natur
www.strickhof.ch/publikationen
www.wald-zh.ch
Quellen Bilder
eigene Fotos
Pixabay
Kirschessigfliege: Foto Fibl
Mittelmeerfruchtfliege: Strickhof Fachstelle Obst