Blaue Saison
Was hinter den aromatischen Heidelbeeren steckt
Es ist soweit, endlich ist die Zeit der Heidelbeeren gekommen. Zwar finden sich das ganze Jahr über Heidelbeeren in den Regalen der Supermärkte, doch diese stammen oft aus weit entfernten Anbaugebieten. Nun sind auch die Schweizer Heidelbeeren reif und überzeugen mit ihrem aromatischen Geschmack und ihrer unvergleichlichen Frische.
Jedes Jahr freuen wir uns aufs Neue, wenn wir die ersten Beeren ernten und in unserem Hofladen anbieten können. Besonders schön ist es, wenn unsere Kundinnen und Kunden mit einer Schale frischer Heidelbeeren zufrieden nach Hause gehen. Das ist der Lohn für die Arbeit, die während des ganzen Jahres in die Pflege der Pflanzen fliesst.
Denn gute Heidelbeeren entstehen nicht von selbst. Hinter ihrer Produktion steckt ein zeitaufwändiger und arbeitsintensiver Prozess. Mit welchen Massnahmen wir unsere Kulturen schützen, wie sorgfältig wir ernten und mit welchem körperlichen und technischen Einsatz wir unsere Anlagen pflegen, erfahren Sie in diesem Öpfelblettli.
Wir laden Sie ein, in die Welt der Heidelbeeren einzutauchen, und freuen uns, unser Wissen und unsere Arbeit mit Ihnen zu teilen.
Liebe Grüsse,
Ihre Familie Kuppelwieser
Blaue Kraftpakete
Warum Heidelbeeren ein wertvolles Lebensmittel sind
Die blauen, kugelrunden Heidelbeeren gehören zum Sommeralltag. Egal ob im Müesli, als Dessert oder einfach als Snack zwischendurch. Diese kleinen Beeren sind ein Genuss. Doch die Heidelbeeren sind nicht nur beliebt wegen ihres Geschmacks, sondern gelten auch als besonders wertvolles Lebensmittel. Sie sind nährstoffreich und gleichzeitig kalorienarm.
Heidelbeeren verdanken ihre intensive dunkelblaue Farbe natürlichen Pflanzenfarbstoffen, den sogenannten Anthocyanen. Diese gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Anthocyanen werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben, weshalb sie in der Ernährungswissenschaft grosse Beachtung finden. Sie können im Körper freie Radikale binden und tragen so zum Schutz der Zellen bei.
Neben diesen Farbstoffen enthalten Heidelbeeren verschiedene Vitamine, insbesondere Vitamin C sowie kleinere Mengen an Vitamin K und Vitamin E. Vitamin C unterstützt unter anderem das Immunsystem und trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Ergänzt wird das Nährstoffprofil durch Ballaststoffe, die die Verdauung fördern, sowie durch Gerbstoffe mit entzündungshemmenden Eigenschaften und Mineralstoffe wie Mangan, das für verschiedene Stoffwechselprozesse wichtig ist.
Besonders geschätzt werden Heidelbeeren deshalb als Teil einer ausgewogenen Ernährung. Sie können das Immunsystem unterstützen und wirken sich positiv auf die Verdauung aus. Zudem lassen sich die Beeren unkompliziert in den Alltag integrieren und stellen eine natürliche Alternative zu stark verarbeiteten Süssigkeiten dar.
Pink & Praktisch
Schwingende Pflückkörbe vereinfachen das Ernten
Wir pflücken unsere Heidelbeeren von Hand. Jede einzelne Beere wird sorgfältig begutachtet und muss unseren Qualitätsansprüchen entsprechen. Geerntet wird erst dann, wenn die Früchte vollständig ausgereift sind. Das typische süsse, vollmundige Aroma entwickelt sich erst in der letzten Reifephase an der Sonne. Zwar sind die Beeren vorher bereits blau, doch fehlt ihnen oft noch die gewünschte Süsse. Unser Grundsatz lautet daher: Ist die Heidelbeere blau, soll sie noch einige Tage ausreifen, bis sie ihr volles Aroma entfaltet.
Dieser Ansatz macht die Ernte anspruchsvoll. Es können nicht einfach alle blauen Beeren gepflückt werden. Die geschulten Augen unserer Pflückerinnen und Pflücker müssen in Sekunden entscheiden, ob eine Beere wirklich pflückreif ist. Mit zunehmender Erfahrung fällt diese Einschätzung leichter und die Arbeit wird effizienter.
Da Heidelbeeren klein sind, braucht es viele Früchte für ein Kilogramm Erntegut. Entsprechend zeitaufwändig ist die Handernte. Eine erfahrene Pflückerin oder ein erfahrener Pflücker erntet rund 3,5 Kilogramm pro Stunde. Seit letztem Jahr setzen wir spezielle Pflückkörbe ein, die direkt am Körper getragen werden und beide Hände frei lassen. Sie sind an einem Tragesystem befestigt, das die Bewegungen ausgleicht. So kann sich die Person frei bewegen und die Beeren bleiben sicher im Körbchen.
Durch die körpernahe Position vor dem Bauch bleiben die Handwege kurz. Die Beeren werden direkt von der Staude ins Körbchen gelegt, was effizientes und sorgfältiges Arbeiten ermöglicht. So steigt die Ernteleistung, ohne dass die Qualität darunter leidet.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der schonenden Behandlung der Früchte. Heidelbeeren reagieren empfindlich auf Druck und verlieren schnell an Qualität. Durch die ergonomische Positionierung der Körbchen bleiben die Beeren unbeschädigt und behalten ihre Festigkeit und Frische.
Ein Pflückkorb fasst rund 1,8 Kilogramm Beeren. Ist er gefüllt, wird er an den Draht neben der Kultur gehängt und durch einen leeren ersetzt. So kann die Ernte nahezu ohne Unterbruch weitergeführt werden. Zum Schluss werden alle Körbe eingesammelt und rasch in den Kühlraum gebracht.
Unsichtbare Gefahr
Wie die Kirschessigfliege unsere Beerenkulturen bedroht
Was äusserlich noch perfekt aussieht, kann im Innern bereits zerstört sein. Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) legt ihre Eier in reifende Beeren und bringt so ganze Ernten zum Verderben. Seit ihrer Einschleppung aus Asien hat sie sich in der Schweiz rasch ausgebreitet und zählt zu den wichtigsten Schädlingen im Beeren- und Obstbau.
Die Kirschessigfliege überwintert als befruchtetes Weibchen an geschützten Orten. Strenge Winter können ihre Population reduzieren, da sie frostempfindlich ist. Da die Winter jedoch milder werden, überleben immer mehr Fliegen die kalte Jahreszeit. Steigen die Temperaturen im Frühling über 10 °C, werden die Fliegen aktiv und wandern oft erst mit dem Farbumschlag der Beeren in die Kulturen ein.
Ein Weibchen legt 300 bis 600 Eier. Anders als viele andere Fruchtfliegen legt die Kirschessigfliege ihre Eier in gesunde, reifende Früchte. Besonders gefährdet sind weiche, dunkel gefärbte Arten wie Kirschen, Zwetschgen, Brombeeren und Heidelbeeren. Meist wird pro Beere ein Ei abgelegt. Nach wenigen Tagen schlüpfen winzige Larven, die sich vom Fruchtfleisch ernähren. Dadurch wird das Fruchtfleisch zerstört, weshalb die Beeren weich, matschig und ungeniessbar werden. Nach der Verpuppung schlüpft bereits wenige Tage später die nächste Generation. Da auch diese wiederum mehrere hundert Eier legen kann, wächst die Population unter günstigen Bedingungen sehr schnell. Für Kirschessigfliegen ideal sind 20 bis 25 °C sowie feuchte Witterung.
Da Brombeeren und Heidelbeeren zu den bevorzugten Wirtspflanzen gehören, müssen wir unsere Kulturen besonders sorgfältig schützen. In der biodynamischen Landwirtschaft ist der Einsatz von Insektiziden keine Option. Deshalb setzen wir auf zwei vorbeugende Massnahmen: Totaleinnetzung und konsequente Erntehygiene.
Die Einnetzung gilt als wirksamste Methode. Spätestens beim Farbumschlag werden die Kulturen mit feinmaschigen Netzen eingeschlossen, sodass keine Fliegen eindringen können. Entscheidend ist eine lückenlose Montage ohne Schlupflöcher.
Ebenso wichtig ist die Hygiene bei der Ernte. Reife und befallene Beeren werden regelmässig entfernt und dürfen nicht in der Anlage verbleiben. So werden die Larven aus der Beerenanlage entfernt und es kann verhindert werden, dass sich Larven weiterentwickeln und die Kirschessigfliege ihre Population im Bestand aufbauen kann.
Dem Unkraut voraus
Eine Bodenfräse spart Zeit und schont den Rücken
Unsere Heidelbeerdämme wirken sauber und ordentlich. Was selbstverständlich erscheint, ist das Ergebnis vieler Arbeitsstunden. Denn zahlreiche Kräuter fühlen sich auf den Dämmen ebenso wohl wie die Heidelbeeren selbst. Damit die Stauden optimale Wachstumsbedingungen vorfinden, müssen die Dämme regelmässig gejätet werden. Bis vor Kurzem war dies eine schweisstreibende Handarbeit.
Heidelbeerstauden gedeihen nur in saurem Boden mit einem pH-Wert von etwa 4 bis 4,5. Unser Boden erreicht jedoch Werte von 7 bis 8. Deshalb können wir die Heidelbeeren nicht direkt in unseren Boden pflanzen. Stattdessen setzen wir die Stauden in Dämme aus Sägemehl und Holzschnitzeln. Diese Umgebung bietet den Pflanzen die Bedingungen, die sie für ein gesundes Wachstum benötigen.
Damit die Heidelbeeren gedeihen können, dürfen die Dämme nicht von anderen Pflanzen überwuchert werden. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Löwenzahn, Gundermann, Winden, Ehrenpreis, Quecke, Fünffingerkraut und viele weitere Arten besiedeln die Dämme besonders gerne. Um dies zu verhindern, jäten wir alle Dämme mindestens einmal im Frühling und einmal im Herbst.
Bis vor Kurzem erfolgte diese Arbeit ausschliesslich von Hand. Mit der Hacke arbeiteten wir uns Damm für Damm vor und entfernten die unerwünschten Pflanzen. Idealerweise konnten wir dabei die Pflanzen samt Wurzeln herausziehen, damit sie nicht schon wenige Tage später erneut austrieben. Das war zeitaufwändig und belastete unsere Knie und Rücken erheblich.
Schon länger suchten wir nach einer Möglichkeit, diese Arbeit zu erleichtern. Nun haben wir eine passende Lösung gefunden: eine speziell angepasste Bodenfräse. Sie bearbeitet einen rund 20 Zentimeter breiten Streifen direkt am Fuss des Damms, während Fahrgasse und Damm unbeschädigt bleiben. So können die Kräuter bereits am Fuss des Damms entfernt werden, bevor sie den Damm überwuchern. Anschliessend genügt eine kurze Kontrolle von Hand. Der Arbeitsaufwand ist dadurch deutlich geringer geworden, und Knie sowie Rücken werden wesentlich weniger belastet.
Heidelbeeren Muffin
Fluffig und saftig mit fruchtigem Beerenaroma
Zutaten Muffin
2 Eier
200 g Joghurt oder Crème Fraîche
80 ml Rapsöl
3 EL Milch
100 g Zucker
1 Pk Vanillezucker
1 Prise Salz
200 g Heidelbeeren
240 g Mehl
1 Pk Backpulver
Zutaten Topping
115 g Butter, weich
190 g Puderzucker
55 g Frischkäse
1 TL Vanillezucker
2 Prisen Salz
100 g Heidelbeeren
Zubereitung
- Backofen vorheizen auf 180° C Unter-/Oberhitze
- 12er Muffinblech mit Papierförmchen bestücken
- Eier, Joghurt, Öl, Milch, Zucker, Vanille und Salz in eine Rührschüssel geben und kurz luftig aufschlagen
- Heidelbeeren mit 1 EL vom Mehl verrühren
- Restliches Mehl mit dem Backpulver auf die Masse sieben und zu einem glatten Teig verrühren
- Heidelbeeren dazugeben und nur ganz kurz unterheben
- Teig in die Muffinförmchen verteilen
- Gut 20 Minuten backen
- Für das Topping alle Zutaten gut miteinander verrühren
- Heidelbeeren in Stücke schneiden und unterziehen
- Topping auf gebackene Muffins verteilen
Würze aus der Wiese
Aromatisches Würzkraut und wertvolle Insektenpflanze
Wussten Sie, dass Oregano bei uns auch wild wächst? In den extensiven Wiesen rund um den Obstgarten gedeiht der wilde Oregano, auch «Dost» genannt (Origanum vulgare). Zwischen Gräsern und anderen Wiesenpflanzen fällt er zunächst kaum auf. Im Sommer jedoch schmücken zartrosa Blüten die Pflanze und locken zahlreiche Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Die aromatischen Blätter lassen sich hervorragend trocknen und als Würzkraut verwenden. Sie verleihen vielen Speisen das typisch würzige Oregano-Aroma.
Musik Sonntag
Musikalische Unterhaltung im Kuppelwieser Hofcafi
Die Zeit geniessen. Mit Freunden plaudern. Wieder einmal das Tanzbein schwingen. All das können Sie im Kuppelwieser Hofcafé. Am folgenden Sonntag wird wieder lupfige Tanzmusik gespielt.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Sonntag, 16. August 2026
Hoggläder